Westfalenbackstein trägt zu Architektur-Auszeichnung des "kult" in Vreden bei.

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Während der internationalen Handwerksmesse in München wurde neben den Architekten, Pool Leber München, auch das Ziegelwerk Schüring für die ausgezeichnete Arbeit am "kult" in Vreden geehrt. Aus 200 Einreichungen wurde die Architektur des "kult" mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Nachfolgend die Begründung der Jury:

Die prägnante Skulpturalität des „kult“ wird geprägt vom einheitlichen kohlegebrannten Klinkerkleid, das den neuen Kulturkomplex zu einem Baukörper zusammenbindet, ihn in den historischen und städtebaulichen Kontext einbindet,  und trotzdem die einzelnen Bestandsbauten als getrennte Elemente artikuliert. Dreh- und Angelpunkt des Zentrums ist das Foyer, an der Kreuzung von städtischer Kulturachse und interner Wegeführung. Hier schließen in vertikaler Richtung die zwei Ausstellungsebenen an, mit Blickbezügen zu Kirchen und Flussaue. Entlang der Zentrumsachse liegen Veranstaltungsraum, Sonderausstellung, Stadtmarketing, Café, Shop und Pädagogik, sie leiten von der Infotheke des Museums bis zum Empfang von Archiv und Forschung.

Die mittelalterliche Stadtansicht Vredens, mit Kirchen eingebunden in eine kleinteilige Stadtstruktur, ist für die Entwurfsidee prägend. Das „kult“ führt mit seinem gefalteten Dach die Stadtmauerbebauung fort, und integriert dabei bestehende denkmalgeschützte Bauten aus dem 14. & 16. Jh., sowie aus den 1970er & 1980er Jahren. Der neue Kulturkomplex wird als ein Baukörper wahrgenommen, obwohl die einzelnen Bestandsbauten als getrennte Elemente artikuliert sind.

Die Gebäude der 70er & 80er Jahre  werden durch unterschiedliche Ziegelbrennungen mit subtil abweichenden Schattierungen differenziert. Versätze, Proportionen und Detaillierungen markieren die Zeit ihrer Entstehung. Während der Kopfbau mit der Museumsnutzung eine prägnante Skulpturalität zeigt, fügt sich das Ensemble, mit seiner kohlegebrannten Ziegelfassade mit den Dünnformat-Klinkern "Tüßling feldgrau", "Neuschwanstein silbergrau" und "Charlottenburg seidengrau" vom Ziegelwerk Schüring wie selbstverständlich in die vorhandene Stadtstruktur ein.

Dreh- und Angelpunkt des Zentrums an der Kreuzung von städtischer Kulturachse und interner Erschließung ist das Foyer. Hier binden sich in vertikaler Richtung die 2 Ausstellungsebenen an, die Blickbezüge zu Kirchen und Flussaue gewähren. Entlang der Zentrumsachse, beginnend mit Veranstaltungsraum, Stadtmarketing, Café und Shop umrahmen lebendige gelb ausgekleidete Einbauten die Stützen und Pfeiler, sie leiten über die verschiedenen Gebäudeteile bis zum Empfang von Archiv und Forschung.

Die überwiegend lokalen Firmen zeigten ein außergewöhnliches Maß an Einsatz und Identifikation  mit dem Gebäude und seiner architektonischen Sprache.

Beginnend mit dem kohlegebrannten Wasserstrichziegel der Firma Schüring, die drei verschiedene Ziegelfarben aus dem gleichen Farbspektrum brennen konnte, ohne auf Engoben zurückzugreifen. Über die Umsetzung der komplizierten Klinkerflächen durch die Firma Temmink, die nicht nur endlos Geduld, mit den unzähligen Verfugungen der Musterflächen bewiesen hat, sondern auch sehr viel handwerkliches Geschick beim Verklinkern der gefalteten Ziegelhülle, bei der einige Formsteine mehrfach an verschiedenen Stellen verwendet wurden. Die Erfahrung und das Ideenreichtum der Firmen im Umgang mit Klinkern war zu jedem Zeitpunkt sehr lehrreich für die Architekten. Auch die kraftvolle Grobheit der Sichtbetonwände, mit ihrer sägerauen Bretterschalung, wurde nach vielen Musterflächen mit hoher Präzision ausgeführt. Besonders der gewünschte schmale Dachrand entstand in der Auseinandersetzung mit und auf Anregung von Spengler (Firma Schabos) und Gutachter. Zudem wurde mit viel Flexibilität auf die Notwendigkeiten im Umgang mit den Bestandbauten aus drei Jahrhunderten reagiert. Auch nachträgliche, von Bauherrenseite gewünschte Veränderungen, wie die Unterkellerung des mittig gelegenen Neubaus, wurden problemfrei unter Wasserhaltung ausgeführt.

» Presseinformation Internationale Handwerksmesse

© Fotos: Brigida Gonzalez